Teilnehmerbericht 2017

Poppenbüttel goes Taizé
Inzwischen ist es eine Tradition geworden: Wie bereits in den vergangenen Jahren ist im Mai eine große Gruppe aus Poppenbüttel unter der Leitung von Ulrike Wentzke für eine Woche nach Taizé gefahren. Über hundert Jugendliche und junge Erwachsene nahmen in diesem Jahr an der Reise in das kleine Dorf im Burgund (Frankreich) teil, in dem seit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg Ordensbrüder aus aller Welt in ökumenischer Gemeinschaft leben und arbeiten.

Gruppengespräche in Taizé

Direkt im Anschluss an die eintägige Anreise mit Zug und Bus fand die samstägliche Nacht der Lichter in Anlehnung ans Osterfest statt. Dieses Gebet als Einstieg in die Woche in Taizé war nicht nur für diejenigen, die zum ersten Mal nach Taizé gekommen waren, ein beeindruckendes Erlebnis: Mit hunderten oder tausenden Menschen jeglicher Nation in der großen Kirche von Taizé auf dem Boden sitzend singen, beten und still sein ist einer der Gründe, warum Jugendliche und Familien nach Taizé pilgern. Die drei Gottesdienste pro Tag haben etwas Verbindendes, vor allem dann, wenn sich in der Nacht der Lichter das Licht von einer Kerze zur anderen verteilt.

Das Putzteam in vollem Einsatz

Doch eine Woche in Taizé besteht nicht ausschließlich aus Gottesdiensten. Vormittags und nachmittags hält einer der Brüder der Communauté für die Jugendlichen nach Alter gestaffelt eine Bibeleinführung. Anschließend wird in Kleingruppen über das jeweilige Thema des Tages diskutiert. Die Gruppen der 15- und 16-Jährigen werden von Betreuerteams geleitet, die Älteren organisieren sich selber. Außerdem muss sich in Taizé jede und jeder an den Diensten für die Gemeinschaft beteiligen, so zum Beispiel Toiletten putzen, Müll sammeln, bei der Essensausgabe helfen und vielem mehr.

Nach dem Abendgebet besteht die Möglichkeit, am so genannten Oyak, einem kleinen Kiosk noch beisammen zu sitzen, zu quatschen und Musik zu machen. Gerade die Jugendlichen nutzen dieses Angebot gerne, wenn sie nicht gerade in der Kirche die Gelegenheit wahrnehmen, mit einem der Brüder persönlich zu sprechen oder bis tief in die Nacht hinein mit den anderen zu singen.

An einem Tage in Taizé macht die Poppenbütteler Gruppe normalerweise eine Wanderung ins nächstgelegene Dorf Bray – aufgrund der Hitze während der Woche im Mai war es den Jugendlichen in diesem Jahr jedoch freigestellt, die gesamte Strecke zu gehen. Trotzdem ließen es sich einige nicht nehmen, den Hügel, auf dem Bray liegt, zu erklimmen, einen Blick in die alte Dorfkirche zu werfen und Bekanntschaft mit einigen Dorfbewohnern zu machen.

Welche Bedeutung die Zeit in Taizé für die einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmer hat, welche Erlebnisse besonders in Erinnerung bleiben und was sie in den Alltag mitnehmen, ist vermutlich für jede und jeden unterschiedlich. Doch nach einer Woche in Taizé, ob es nun der erste oder der zehnte Aufenthalt war, sind sich die meisten sicher: Sie wollen im nächsten Jahr wieder mitfahren.

Anna-Louisa Weßling