Teilnehmerbericht 2009




Taizé 2009 – Gott mal anders begegnen…..

 Bereits im dritten Jahr und damit fast schon traditionell, zog es 64 Jugendliche unserer Gemeinde in den Maiferien nach Taizé. Taizé ist ein wichtiger Bestandteil der Firmvorbereitung geworden und wird von den Jugendlichen immer mehr angenommen.

An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an Ulrike Wentzke für die tolle Vorbereitung dieser Reise…

Als ich gefragt wurde, ob ich einen Bericht über Taizé schreiben wolle, stimmte ich begeistert zu. Als Begleiter dieser Reise war es mir wichtig anderen davon zu erzählen, meine Eindrücke und Erfahrungen zu teilen. Vor allem junge Menschen davon zu begeistern und den Funken überspringen zu lassen. Aber wie kann ich die komplexen Erfahrungen in Worte fassen und für Sie und euch spürbar oder greifbar machen?

 Taizé will von jedem ganz persönlich erlebt und entdeckt werden. Wer einmal dort war, sagt, er werde wiederkommen. Und jeder, der es doch nicht tut, vergisst Taizé vermutlich nicht mehr, da draußen, fern der Raserei unserer Zeit.

Charakteristisch für Taizé ist dessen Einfachheit, die Offenheit und Warmherzigkeit, die von diesem Ort aus geht. Das Gefühl des Willkommen seins und des Ankommen können. Ein gemütlich, verträumter Ort voller Geborgenheit.

Dreimal am Tag wird auf dem Hügel von Taizé der Tageslauf unterbrochen, die Arbeit, die internationalen Themengruppen und die persönlichen Gespräche. Die Glocken rufen zum Gebet in die Kirche und unterstreichen dabei die friedvolle Stimmung, die über Taizé liegt. In mehreren Sprachen wird eine Bibelstelle gelesen, gebetet und gesungen. Dem Gründer, Frère Roger, war es immer schon wichtig Glauben und Gebete in Gesängen stattfinden zu lassen.

Mitten im gemeinsamen Gebet bildet eine lange Stillezeit eine einzigartige Gelegenheit, Gott auf seine Weise zu begegnen. Eine Stille, die man sich selbst kaum zugetraut hätte und die Möglichkeit bietet über sich und seinen Glauben nachzudenken. Vielleicht auch zurück zu sich zu finden und Abstand zu dem meist oberflächlichen Alltag zu gewinnen, sich zu besinnen und neue Kraft schöpfen zu können.

 Taizé, ein konfessionsübergreifender, internationaler Treffpunkt um Gemeinschaft zu erfahren, Freundschaften zu schließen, aber eben auch um Gott und seinem Glauben zu begegnen. Wer kann sich schon vorstellen mit tausenden Menschen aus aller Welt und den Brüdern der Communauté gemeinsam das „Dear Father“ zu singen und beten, Lieder in vielen verschiedenen Sprachen der Erde zu singen, alle mit demselben Ziel: Gott zu erleben.

Einer der fesselnden Momente bildet die Nacht der Lichter am Samstagabend zum Abschluss einer Taizéwoche. Ein Gottesdienst, nicht nur mit den bekannten und beliebten Taizéliedern, eben auch mit tausenden Kerzen, die den warmen und friedlichen Farben der Kirche eine Gänsehautatmosphäre verleihen. „Bleibet hier und wachet mit mir…“, singen die vielen tausend, meist Jugendlichen Gläubigen, während andere die Gelegenheit nutzen, vor dem auf dem Boden liegenden Kreuz mitten in der Kirche und eingebettet in der Gemeinschaft der Gläubigen ein ganz persönliches Gebet zu sprechen oder sich mit einem der Brüder über verschiedenste Dinge, Sorgen oder Probleme austauschen zu können.

 Auch weit weg von Taizé bleibt noch immer eine Spur davon, für den, der einmal da war. Tief in unseren Herzen tragen wir alle etwas von Taizé mit nach Hause, in unsere Familien, zu unseren Freunden und in unsere Gemeinden bis zum nächsten Besuch an diesen atemberaubenden Ort und hoffentlich weit darüber hinaus…

Christian Jung