Teilnehmerbericht 2007





Auf dem Weg zu Gott

Eine Woche in Taizé

Die Firmvorbereitung soll den Jugendlichen helfen, sich selbst zu finden, das Christsein zu verstehen und das Leben mit Gott begeistert durch den heiligen Geist zu leben. Um das Bewusstsein von Gottes Nähe und Liebe zu vertiefen, bot sich in den Maiferien eine Reise nach Taizé an, die Ulrike Wentzke mit viel Mühe organisiert hatte und auch von ihr sowie von Christina Pinck und Paul Bubenheim begleitet wurde.

Los ging es am Samstagmorgen am Hamburger Hbf, elf Stunden dauerte die Fahrt in den Süden Burgunds mit Bus und Bahn. In Taizé angekommen erlebten wir 17 „Erstankömmlinge“ die erste Begeisterung (…man sollte Begeisterung nicht immer positiv betrachten), denn es gab Abendessen. Erstaunt über sandelformähnliche Trinkschalen und schlichtes Essen wurden wir in der Nacht der Lichter wirklich begeistert. Die Unterkunft und Versorgungsverhältnisse waren ein richtiges Abenteuer, aber die Gottesdienste und Andachten in der wunderschön dekorierten Kirche mit emotionalen, sich immer wiederholenden Gesängen und einer meditativen Stille in einer Menschenmenge von 300 Menschen ließen alle Sorgen um das Essen und Schlafen vergessen. Die Kirche ist in den Farben von „Feuer und Flamme“ (unser Firmmotto) geschmückt, die Wände sind rot-orange-gelb gestrichen und der Altarraum ist mit riesigen orangefarbenen Tüchern verziert. Flackernde Kerzen im Altarraum sorgen für eine gemütliche und beruhigende Atmosphäre. In der Mitte des großen Gotteshauses, umgeben von einer kleinen Blättermauer finden sich die Brüder von Taizé ein, in weißenGewänder gekleidet. Ihr Gesang lässt vielen einen Schauer über den Rücken laufen. Die eigentliche Begeisterung der jungen Leute entsteht letztendlich an der Freude in der Gemeinschaft mit Gleichaltrigen. Sie sprechen vielleicht nicht alle

dieselbe Sprache und haben andere Sitten und Herkünfte, aber alle verbindet die gleiche Sehnsucht, die Suche nach einem Weg mit Gott. Viele waren erstaunt, wie locker und lustig die Brüder Taizés sind. Vor allem der argentinische Frère Leandro hatte es den 15- bis 16-Jährigen angetan, der zwischen seinen sehr nachdenklichen Worten während der morgendlichen Bibeleinführung nie auf seine Witze verzichten konnte und so das ganze „Zelt B“ (Treffpunkt der Bibeleinführung um 10 Uhr) zum Lachen brachte. Mehr oder weniger große Begeisterung zeigten wir zunächst beim Putzen. Doch selbst beim Toiletten säubern, Baracken auswischen oder Abwaschen waren die Jugendlichen mit Motivation dabei und stimmten des öfteren fröhliche Lieder an. So konnte man schon von weitem die Franzosen in der Küche erahnen, die fröhlich „Au Champs Élysée“ trällerten. Wir gewöhnten uns während dieser Zeit jedoch sehr schnell an das einfache Leben ohne Computer und Fernseher und wissen nun die Vorzüge von zu Hause um einiges mehr zu schätzen.

So sagte auch ein Bruder von Taizé, dass es erstaunlich sei, dass „so viele Jugendliche aus höchst unterschiedlicher Herkunft für eine Woche unter denselben Bedingungen zusammenleben“.

Was haben wir aus Taizé mitgenommen (außer zahlreichen neuen MSN-Adressen )? Durch die Bibelarbeit, Theatervorführungen und Gespräche haben wir alle verinnerlicht, wie wir mit Gott auf unserem Weg durchs Leben gehen können: indem wir auf unsere tiefen Wünsche hören, uns auch Herausforderungen und schweren Fragen stellen und dabei nie die Bedürfnisse und Wünsche unserer Mitmenschen vergessen.

Das eigentliche Geheimnis von Taizé jedoch muss jeder selbst finden.

Taizé ist eine christliche Vereinigung verschiedener Sprachen, Nationen und Konfessionen zusammen in dem einen Geist, der sich nicht beschreiben, sondern nur erleben lässt.

Wir sind alle sehr froh, diese Erfahrungen gemacht zu haben und freuen uns schon auf ein nächstes Mal in Taizé!

Anna-Sophie Müller und Dirk Hagmaier