Reisebericht vom Europäischen Jugendtreffen in Rom über Silvester 2012




Europäisches Jugendtreffen in Rom

Das 35. Europäische Jugendtreffen organisiert von der Communauté von Taizé fand vom 28.12. 2012 bis zum 2.1. 2013 in Rom statt.

Ich habe mich gefreut, zusammen mit meinem Mann vom Erzbistum Hamburg mit der Reiseleitung beauftragt zu werden und wir starteten am frühen Morgen des 27. Dezembers mit 54 Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 15 bis 32 Jahren mit dem Bus Richtung Süden. Gut 24 Stunden später kamen wir alle wohlbehalten in Rom an.

Dort wurden die Busse an einem zentralen Punkt empfangen und für die Teilnehmer ging es dann per Pedes und Metro weiter zur Universität La Sapienza.

Dies war der zentrale Empfang für die verschiedenen Länder. Es gab die ersten wichtigen Informationen für den gesamten Ablauf, freiwillige Helfer wurden gesucht für verschiedene Aufgaben wie Essensausgabe, Müll sammeln während des gemeinsamen Mittagessens im Circo Massimo, Ordner während der Gebete und schließlich viele Chorsänger für insgesamt 7 Chöre, die zeitgleich beim Mittag- und Abendgebet in 7 großen Kirchen Roms sangen: in der Basilika San Giovanni in Laterano, in St. Paul vor den Mauern, in Santa Maria Maggiore, Santa Maria dei Angeli, Santa Maria sopra Minerva, Santa Maria in Aracoeli sowie in der Chiesa Sant Ignazio di Loyola.

Außerdem wurden die Tickets für den Nahverkehr von Rom und die Essenskarten verteilt. Von diesem Punkt aus wurde unsere Gruppe 7 verschiedenen Gemeinden zugewiesen. Nach der Ausgabe des Picknicks für den ersten Abend ging es dann in diesen verschiedenen Gruppen weiter in die jeweiligen Gemeinden.

Unser Ziel zusammen mit 8 Jugendlichen war die Gemeinde San Giuda Taddeo. Diese nahm sehr viele Jugendliche auf, ca. 100 davon wohnten vor Ort in den Gemeinderäumen. Auch diese Verteilung nahm viel Zeit in Anspruch, aber wir waren erst einmal glücklich, sehr freundlich begrüßt und mit Tee, Kaffee, Saft und Panettone, einem typisch italienischen Kuchen, der zur Weihnachtszeit gereicht wird, versorgt zu werden. Schließlich waren alle Quartiere zugeteilt und wir wurden entweder von den Gasteltern in der Gemeinde abgeholt oder –wie in unserem Falle- von Jugendlichen zu Fuß dorthin gebracht. Zu diesem Zeitpunkt waren wir alle restlos erschöpft. Aber auch jetzt wurden wir durch eine sehr herzliche Begrüßung in der Familie entschädigt.

Basilica San Paolo

Basilica San Paolo

Am ersten Abend waren wir eingeteilt für das Abendgebet in der Basilica di San Paolo fuori le Mura (St. Paul vor den Mauern). Vorher wurde auf dem Vorplatz der Kirche das ausgegebene Picknick verzehrt. Bis 22.00 Uhr sollte jeder wieder in seinem Quartier sein.

Die gemeinsamen Gebete in diesen unbeschreiblichen Kirchenräumen, der Klang der Taizélieder und das Vortragen der Lesungen des Evangeliums in vielen Sprachen gehörten sicher zu den eindruckvollsten Momenten des Treffens. Im Anschluss an die Abendgebete gab es jedes Mal Worte von Frère Alois an die Teilnehmer.

Der nächste Vormittag begann mit dem Morgengebet in den einzelnen Gemeinden und anschließender Gruppenarbeit in kleinen Gruppen. Unserer Gruppe gehörten noch Polen und Libanesen an und nach einer Vorstellungsrunde ging es um Fragen rund um den Glauben.

Eine Gruppe von 50 Polen war per Autostopp nach Rom gekommen, die rund 50 Libanesen mit dem Flugzeug: sie bildeten einen Chor und ein kleines Orchester und gestalteten so die Morgengebete, sowie den Sonntags- und den Neujahrsgottesdienst in unserer Gemeinde mit Taizégesängen und wunderschönen französischsprachigen Gesängen.

An zwei Nachmittagen gab es eine Vielzahl von Workshops, die sehr gut besucht wurden. Es gab einige sehr spezielle, für die es begrenzte Teilnehmerkarten gab, wie z.B. der Besuch der Vatikanischen Museen und der Sixtinischen Kapelle, der Katakomben und der Synagoge und des Gettos.

Messe mit dem Papst auf dem Petersplatz

Messe mit dem Papst auf dem Petersplatz

Ein Höhepunkt war am 29.12. das Abendgebet mit Papst Benedikt XVI. und 45.000 Jugendlichen auf dem großen Platz vor dem Petersdom. Nachdem sich die anfängliche Aufregung legte, entstand eine gesammelte meditative Atmosphäre, in der sogar die Stille, die zu jedem Taizégebet dazu gehört, mit diesen vielen Menschen gelang.

Der Platz wurde nicht nur vom Vollmond erleuchtet, sonder von Zehntausenden von Kerzen, die alle Teilnehmer in den Händen hielten und die auch in Taizé jeden Samstag Abend an die Auferstehung erinnern.

 

Papst Beneidet XVI. und Pater Alois

Papst Beneidet XVI. und Frère Alois

Zum Abschluss sprach zuerst Frère Alois Grußworte an Benedikt XVI., dann verlas der Papst seine Botschaft an die Jugendlichen in 5 verschiedenen Sprachen.

 

Gemeinsames Essen im Circo Massimo

Gemeinsames Essen im Circo Massimo

Das gemeinsame Mittagessen mit allen fand 3 mal im Circo Massimo statt. Von dort wurden die Jugendlichen auf verschiedenen Pilgerwegen durch die Straßen Roms zum Mittagsgebet geführt, vorbei an vielen historischen Bauten und Kirchen. Dabei war es ein Geschenk des Himmels, dass das Wetter durchweg trocken und tagsüber zum großen Teil warm und sonnig war!

Rom bot für dieses Treffen eine vortreffliche Kulisse, noch dazu wunderbar weihnachtlich geschmückt.

Ein weiterer Höhepunkt war Silvester: nach dem gemeinsamen Abendgebet in Sant´Ignazio bewegten wir uns zu Fuß durch die sehr bevölkerte Stadt, unendlich viele Menschen waren fröhlich unterwegs. In den Gemeinden gab es um 23.00 Uhr das Nachtgebet für Frieden in Verbundenheit mit den Völkern, die leiden und im Anschluss das Fest der Nationen. Jedes Land präsentierte sich durch einen Tanz, ein Lied oder ein Spiel und animierte dann die anderen Länder zum Mitmachen.

Für die Jugendlichen war es eine wichtige Erfahrung von Freundschaft, über die Barrieren von Sprachen und Hautfarben hinweg, die Gott uns miteinander leben lässt.

Sich mit Jugendlichen der unterschiedlichsten Nationen zusammenzusetzen und über Glauben und Gott zu sprechen und in dieser Vielfalt Solidarität zu erleben, gab ein Gefühl von Einheit und Zusammengehörigkeit.

Und das in einer Stadt, in der die Spuren des Glaubens bis zu den Aposteln zurückzuverfolgen sind.

Bei diesem Pilgerweg des Vertrauens war die Gegenwart des Heiligen Geistes spürbar!

Ulrike Wentzke, Kirchengemeinde St. Bernard, Hamburg-Poppenbüttel

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